22.04.2020

Nachricht

Ausweitung der Hilfspakete in Dänemark wegen der Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise sind in Dänemark zahlreiche Hilfspakete und Gesetze verabschiedet worden, um schwere wirtschaftliche Konsequenzen der Krise zu verhindern. Unter Anderem haben wir in einem Newsletter vom 2. April 2020 berichten können, dass die dänische Regierung am 24. März 2020 ein Gesetz verabschiedet hat, dass die Erstattung von Lohnkosten an Unternehmen während der Corona-Krise ermöglicht.

Am 18. April 2020 hat die dänische Regierung zusammen mit allen Parteien des Folketing eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach die Hilfspakete zur Aufrechterhaltung der dänischen Wirtschaft weiter angepasst und verlängert werden. Das Lohnkostenerstattungspaket sowie weitere bedeutende Hilfspakete sind umfasst.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Änderungen der wirtschaftlichen Hilfspakete.

Verlängerung des Zeitraums für die Lohnerstattung

Im Newsletter vom 2. April 2020 berichteten wir, dass Unternehmen für den Zeitraum vom 9. März bis zum 8. Juni 2020 bei Erfüllung gewisser Bedingungen Lohnkosten erstattet bekommen können. Diese Regelung ist um einen Monat verlängert worden, so dass Unternehmen Lohnkosten, die bis zum 8. Juli fällig werden, zurückerstattet bekommen können. Pro Mitarbeiter beträgt die Kompensation bis zu 30.000 DKK monatlich.

Zum Newsletter über das Lohnkostenerstattungspaket kommen sie hier.

Erweiterte Möglichkeiten der Kompensation

Kompensation von festen Ausgaben

Unternehmen, die wegen der Corona-Krise Umsatzeinbußen haben, können für Teile ihrer festen Ausgaben eine Kompensation bekommen. Vor der neuen Vereinbarung wurden 25 % der festen Ausgaben des Unternehmens erst bei einem Umsatzrückgang von 40-60% erstattet. Dies ist nun geändert, so dass schon bei einem Umsatzrückgang von 35-60% eine Kompensation in Höhe von 25% der festen Ausgaben geleistet werden kann.

Die Mindestgrenze der festen Ausgaben, um für eine Kompensation in Betracht zu kommen, ist außerdem gesenkt worden. Früher musste ein Unternehmen über drei Monate feste Ausgaben von mindestens 25.000 DKK haben, um eine Kompensation der festen Ausgaben zu bekommen. Diese Mindestgrenze beträgt nach der neuen Vereinbarung nur noch 12.500 DKK.

Schließlich ist die absolute Grenze für die Gewährung von Kompensation angehoben worden. Früher konnte ein Unternehmen für seine festen Ausgaben maximal 60 Mio. DKK bekommen. Nun liegt die Grenze bei 110 mio. DKK für den Zeitraum 9. März 2020 bis 8. Juli 2020.

Erweiterung der Kompensation für Freiberufler und Selbstständige

Auch die Kompensationsregelung für Freiberufler und Selbstständige wird bis zum 8. Juli 2020 verlängert.

Des Weiteren wird der Anteil des Umsatzverlustes, für den Kompensation gefordert werden kann, von 75% auf 90 % gehoben. Unternehmen mit bis zu 25 Mitarbeitern können nun für die Kompensation in Betracht zu kommen (zuvor bis zu 10 Mitarbeitern).

Für Selbständige, deren Geschäfte und Unternehmen weiterhin geschlossen bleiben müssen, beträgt der Kompensationsanteil 100%, jedoch höchstens 23.000 DKK.

Bedingungen für die Zahlung von Kompensation

Die Kompensationsregelungen für feste Ausgaben, Freiberufler und Selbstständige laufen derzeit vom 9. März 2020 bis zum 8. Juni 2020. Unternehmen, die bereits Kompensation bis zum 8. Juni beantragt hatten und eine Verlängerung bis zum 8. Juli 2020 wünschen, müssen einen neuen Antrag für die neue Kompensationsperiode einreichen.

Des Weiteren ist beschlossen worden, dass Unternehmen nur Zugang zu einer verlängerten Kompensationsperiode für feste Ausgaben haben, wenn sie sich verpflichten, in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 keine Gewinnausschüttung vornehmen oder keinen Aktienrückkauf finanzieren. Dies gilt nur für Unternehmen, die im Geschäftsjahr 2020 für ihre festen Ausgaben mehr als 60 Mio. DKK Kompensation bekommen. Wird diese Bedingung nicht eingehalten, kann der Staat die volle Kompensationssumme zurückfordern.

Rückzahlung der Mehrwertsteuer als steuerfreies Darlehen

Als eine neue Hilfeleistung ist eingeführt worden, dass kleine und mittelständische Unternehmen die Mehrwertsteuer, die sie bereits gezahlt haben, als steuerfreies Darlehen zurückbekommen können. Hierbei handelt es sich um die Mehrwertsteuer für das zweite Halbjahr bzw. das vierte Quartal 2019, die am 2. März 2020 zu entrichten war.

Das Darlehen kann im Zeitraum vom 4. Mai bis zum 15. Juni 2020 beantragt werden und muss spätestens am 1. April 2021 zurückgezahlt werden.

Vorgezogene Zahlung einer Steuervergünstigung

In Dänemark gibt es eine steuerliche Regelung, wonach Unternehmen, die wegen interner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in einem Rechnungslegungsjahr ein Defizit haben, den Steuerwert des Defizits in einer Höhe von bis zu 25 Mio. DKK ausgezahlt bekommen können („Skattekreditordningen“).

Normalerweise würde die entsprechende Zahlung durch die Steuerbehörden für das Geschäftsjahr 2019 im November 2020 stattfinden. Durch die Vereinbarung vom 18. April 2020 wird die Zahlung auf Juni 2020 vorgezogen. Dies wird vor allem der Liquidität von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu Gute kommen, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten betreiben.

Weitere Änderungen

Die Vereinbarung vom 18. April 2020 enthält noch weitere Änderungen und Erweiterungen. Zum Wortlaut der Vereinbarung in dänischer Sprache geht es hier.