Altersvorsorge und Renten in Dänemark

In Dänemark erhält jeder Rentner, der mindestens 30 Jahre in Dänemark gewohnt hat, die staatliche Altersrente, die durch Steuern finanziert wird. Im Folgenden können Sie sich über die verschiedenen dänischen Rentenversicherungen informieren. Bei uns arbeiten dänische Rechtsanwälte, die Ihnen bei weiteren Fragen bezüglich der Altersvorsorge in Dänemark helfen können.

Die Altersversorgung in Dänemark basiert auf vier Elementen.

  • Die staatliche Altersrente („Folkepension“)
  • Die Arbeitsmarkt-Zusatzrente (”Arbejdsmarkedets tillægspension= ATP“)
  • Tarifvertraglich vereinbarte oder betriebliche Rentenversicherungen (u.a. „Industriens Pension“, „arbejdsmarkedspensioner“)
  • Private Rentenversicherungen

Staatliche Altersrente (”Folkepension”)

Bei der dänischen staatlichen Altersrente („Folkepension“) handelt es sich um eine steuerfinanzierte Rente. Hierfür sind deshalb keine gesonderten Beiträge abzuführen. Die Rente besteht aus einem Grundbetrag sowie einer möglichen Zulage, je nach den Vermögensverhältnissen des Rentners und je nachdem, ob der Rentner im eigenen Haus oder zur Miete wohnt. Die Sätze unterliegen einer jährlichen Anpassung und können bei www.borger.dk eingesehen werden.

In Dänemark hat jeder grundsätzlich bei Vollendung des 65. Lebensjahres Anspruch auf die allgemeine Altersrente. Das Rentenalter wird allerdings zurzeit in Dänemark schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Hierbei gibt es umfassende Übergangsregelungen.

Arbeitnehmer, die nur vorübergehend in Dänemark tätig waren, haben nur einen anteiligen Anspruch auf staatliche Altersrente, da der volle Anspruch voraussetzt, dass der Rentenempfänger mindestens 30 Jahre in Dänemark gewohnt hat. Die meisten Arbeitnehmer zahlen deshalb freiwillige Beiträge an private Rentenversicherungen oder sind über Tarifverträge oder durch betriebliche Rentenversicherungen abgesichert.

Arbeitsmarkt-Zusatzrente („Arbejdsmarkedets tillægspension“ = ATP)

Bei der Arbeitsmarkt-Zusatzrente handelt es sich um eine kleine Zusatzrente zur staatlichen Altersrente, die für jeden Vollzeitarbeitnehmer gesetzlich vorgeschrieben ist. Der monatliche Beitrag beträgt DKK 284 (38 €), von denen der Arbeitgeber 2/3 [DKK 189,35 (25,50 €)] und der Arbeitnehmer 1/3 [DKK 94,65 (12,50 €)] zu leisten hat (2016). Für Teilzeitkräfte gelten entsprechend geringere Beiträge.

Tarifvertragliche Rentenvorsorge

Die meisten Tarifverträge enthalten tarifvertraglich vereinbarte Rentenversicherungen.

Der dänische Staat fördert diese betrieblichen Altersversorgungen durch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzung gezahlter Beträge. Dafür werden die Renten bei der Auszahlung später als Einkommen besteuert.

Bei Arbeitsplatzwechsel fällt der Arbeitnehmer anschließend häufig unter einen anderen Tarifvertrag und muss damit in eine andere tarifvertragliche Versorgungskasse wechseln. Der Wechsel innerhalb Dänemarks ist möglich, führt aber in der Regel Gebühren mit sich.

Ein entsandter Arbeitnehmer, der von einer dänischen tarifvertraglichen Regelung umfasst ist, kann das angesparte Kapital nicht einfach nach Deutschland oder Österreich überführen lassen. Möchte der Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Dänemark das Kapital an eine deutsche Rentenversicherung oder eine österreichische Pensionsversicherung überführen, muss er eine vorzeitige Auszahlung des Kapitals beantragen, bei der eine Bruttosteuer von 69 % anfällt.

Die Altersversorgung wird erst bei Erreichen des Rentenalters ausgezahlt. Ob Arbeitnehmer, die nur kurzfristig in Dänemark tätig waren und für die Beiträge für eine solche betriebliche Altersversorgung eingezahlt wurden, letztendlich in den Genuss dieser Zahlungen kommen, ist in der Praxis ziemlich ungewiss.

Private Rentenversicherungen

Der dänische Staat fördert auch private Rentenversicherungen durch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzung eingezahlter Beiträge. Auch diese Renten werden bei der Auszahlung später als Einkommen besteuert.

Stand: Februar 2016