Der dänische Arbeitsmarkt

Der dänische Arbeitsmarkt ist einer der am wenigsten öffentlich-rechtlich regulierten innerhalb der EU.  Dafür ist der Einfluss dänischer Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände beträchtlich. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die jahrelange Erfahrung mit dem dänischen Arbeitsmarktmodell haben.

Flexicurity – das „dänische Modell“

Dänemark rühmt sich der Erfindung des dänischen Modells der „flexicurity“ (gebildet aus „flexibility“ und „security“). Der Begriff beschreibt ein Dreiecksverhältnis zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Staat: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sorgen für flexible Beschäftigungsmöglichkeiten mit schneller Einstellung und Kündigung. Dafür sorgt der Staat für ein stabiles soziales Sicherheitsnetz und Weiterbildungsmöglichkeiten für gekündigte Arbeitnehmer.

Die Gewerkschaften akzeptieren damit ein Konzept des „hire and fire“, da dieses – aus genereller Sicht – einen flexiblen Arbeitsmarkt schafft. Dänemark kennt somit auch kein Kündigungsschutzgesetz.

Das „dänische Modell“ setzt voraus, dass die Tarifvertragsparteien im Rahmen von Tarifvereinbarungen eigenständig miteinander angemessene Arbeitsbedingungen verhandeln und die Einhaltung dieser anschließend überwachen. Arbeitsbedingungen, die nicht von den Tarifvertragsparteien in Dänemark vereinbart wurden, werden von den Gewerkschaften mit großem Argwohn betrachtet.

Dänische Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände

Es besteht prinzipiell weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer eine Pflicht der Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband oder einer Gewerkschaft. Arbeitsbedingungen können deshalb grundsätzlich frei verhandelt werden. Für entsandte Arbeitnehmer müssen die Mindestvoraussetzungen nach der EU-Entsenderichtlinie beachtet werden.

In Dänemark sind etwa 70 % aller Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft. Während so gut wie alle Arbeiter von einem Tarifvertrag umfasst sind, gilt dies nicht in gleichem Ausmaß für Angestellte.

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Verschiedene dänische Arbeitnehmergruppen

In Dänemark wird zwischen Arbeitern, Angestellten und sonstigen Mitarbeitern unterschieden.

Für Arbeiter gelten in der Regel detaillierte Tarifverträge.

Für Angestellte gelten das Angestelltengesetz („funktionærloven“) und – soweit vereinbart – zusätzlich die Bestimmungen eines Tarifvertrags. Das Angestelltengesetz ist das wichtigste Gesetz auf dem Gebiet des Arbeitsrechts. Die meisten Bestimmungen sind für das Anstellungsverhältnis eines Angestellten zwingend. Auf welche Arbeitnehmergruppen das Angestelltengesetz genau Anwendung findet, ergibt sich aus einer im Gesetz enthaltenen Auflistung. Hiernach sind u.a. Büromitarbeiter und Personen, die andere Mitarbeiter beaufsichtigen und anleiten, vom Gesetz umfasst.

Zu den sonstigen Mitarbeitern gehören u.a. Geschäftsführer, die weder vom Angestelltengesetz noch von Tarifverträgen umfasst sind. Im Verhältnis zu diesen Mitarbeitern gilt eine weitgehende Vertragsfreiheit.

Zeitarbeitnehmer („vikar”) genießen nach einem Gleichbehandlungsprinzip dieselben Rechte wie die übrigen Arbeitnehmer eines Unternehmens.

Bei NJORD kann kostenfrei eine deutsche Übersetzung des Angestelltengesetzes („funktionærloven“) bezogen werden.

Arbeitnehmervertretung und Betriebsrat

Nach dänischem Recht haben die Arbeitnehmer in Kapitalgesellschaften das Recht auf die Wahl der Hälfte der Mitglieder des obersten Leitungsorgans (z.B. des Aufsichtsrats), wenn das Unternehmen während der letzten drei Jahre mindestens 35 Mitarbeiter beschäftigt hat.

In größeren Unternehmen werden über die Gewerkschaft außerdem Vertrauensleute („tillidsrepræsentanter“) gewählt, die tarifvertraglich festgelegte besondere Rechte haben. Der Begriff und die Funktion eines „Betriebsrats” sind dagegen in Dänemark nicht bekannt.

Stand: Februar 2016