Heiraten in Dänemark

Bei einer Eheschließung in Dänemark sind im Vergleich zu Deutschland weniger rechtliche Voraussetzungen zu beachten. Einen Hochzeitstermin erhält man deshalb auch schneller in Dänemark als in Deutschland. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die sich mit den Voraussetzungen einer Eheschließung nach dänischem Recht auskennen.

Nach welchem Recht richtet sich die Eheschließung?

Grundsätzlich richten sich die Voraussetzungen für eine Eheschließung, d.h. die Frage, ob und ab welchem Alter man die Ehe eingehen kann, nach dem Heimatrecht der zukünftigen Ehegatten. Sind beide Deutsche, so gilt allein deutsches Recht, ist einer der beiden Däne, so gilt für ihn/sie hinsichtlich der Eheschließungsvoraussetzungen dänisches Recht.

Standesamt oder Kirche?

Die kirchliche Trauung durch die dänische Landeskirche ist in Dänemark der standesamtlichen Eheschließung gleichgestellt und unterliegt den gleichen Regeln. Eine zusätzliche standesamtliche Trauung wie in Deutschland ist somit nicht erforderlich. Eine kirchliche Trauung setzt jedoch voraus, dass wenigstens einer der beiden Eheschließenden Mitglied der dänischen Landeskirche (dansk folkekirke) ist.

Überprüfung der Eheschließungsvoraussetzungen

Nachdem Sie das Standesamt (bryllupskontor) Ihrer Wahl kontaktiert haben, erhalten Sie von dort Formulare, die ausgefüllt an das betreffende Standesamt zurückzusenden bzw. dort abzugeben sind. Anschließend überprüft die Gemeinde die Eheschließungsvoraussetzungen, insbesondere ob Sie volljährig und noch unverheiratet sind. Diese Überprüfung nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch, je nachdem, ob die notwendigen Unterlagen persönlich abgegeben oder per Post geschickt wurden; bei Wiederheirat kann die Überprüfung auch länger dauern.

Achtung: Die Stadt Kopenhagen macht darauf aufmerksam, dass man für eine Trauung im Kopenhagener Rathaus zweimal nach Kopenhagen fahren muss: einmal um die Eheerklärung und die hierfür notwendigen Unterlagen auszufüllen und vorzulegen und das zweite Mal für die Trauung, die ca. 2-3 Wochen nach Überprüfung der Eheschließungsvoraussetzungen stattfinden kann.

In der Regel sind folgende Dokumente in Dänemark erforderlich:

  • Geburtsurkunde
  • Reisepass oder Personalausweis
  • Aufenthaltsbescheinigung
  • Familienstandsbescheinigung (Ehefähigkeitszeugnis)
  • bei Wiederheirat zusätzlich: Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk bzw. Sterbeurkunde oder Nachweis über die Auflösung der Ehe

Zudem ist ggf. bereits bei Anmeldung der Eheschließung in Dänemark die Erteilung eines gemeinsamen Ehenamens zu beantragen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter der Rubrik “Ehename”.

Die Aufenthaltsbescheinigung bzw. Familienstandsbescheinigung wird Ihnen vom Einwohnermeldeamt Ihres Wohnorts ausgestellt. Sie darf nicht älter als 4, in einigen Fällen nicht älter als 2 Monate sein. Hier müssen Wohnort, Adresse, Staatsangehörigkeit und Familienstand hervorgehen. Falls Sie in Deutschland keinen Wohnsitz mehr haben, ist für die Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses das Einwohnermeldeamt Ihres letzten Wohnsitzes zuständig. Falls niemals oder nur vorübergehend ein Wohnsitz in Deutschland bestand, ist ausnahmsweise das Standesamt in Berlin zuständig.

Grundsätzlich können alle Dokumente in Deutsch vorgelegt werden. Die Überprüfungsbehörde kann jedoch unter Umständen eine Übersetzung der Unterlagen fordern; die Kosten für die Übersetzung tragen die Brautleute. Eine Legalisierung der Dokumente deutscher Behörden wird von manchen Standesämtern, z.B. in Kopenhagen, gefordert.

Die Kosten für die Überprüfung der Ehevoraussetzungen belaufen sich auf 500,- DKK (ca. 68 EUR). Hinzu kommen ggf. weitere Kosten für eine Übersetzung bzw. Legalisierung deutscher Dokumente.

Die geforderten Dokumente variieren leicht von Standesamt zu Standesamt. Um hier unnötigen Mehraufwand zu vermeiden, informieren Sie sich über die konkret erforderlichen Unterlagen für Ihre Eheschließung bitte auf der Internetseite der jeweiligen Gemeinde. Das Formular für die Eheschließung kann in englischer Sprache unter www.klxml.dk/KLB/Blanket/Gaelder/vi005.pdf heruntergeladen werden.

Ablauf der Trauung

Die Trauung wird in Gegenwart von mindestens zwei Zeugen vorgenommen. Dies müssen nicht Bekannte, sondern können auch Mitarbeiter des Standesamts oder Gemeindebüros sein.

Die Trauung erfolgt grundsätzlich in dänischer Sprache. Versteht keiner der Brautleute dänisch, wird sichergestellt, dass beide die Trauhandlung verstehen. Wohnen die Brautleute nicht in Dänemark, kann das Standesamt einen Dolmetscher bestellen. Die Kosten hierfür trägt das Brautpaar.

Wirkungen der Eheschließung

Wer einen Dänen heiratet und einen Aufenthalt von gewisser Dauer in Dänemark vorweisen kann, hat die Möglichkeit, die dänische Staatsangehörigkeit zu erwerben.
Die rechtlichen Wirkungen der Ehe, also die Frage des Güterstandes, des Eigentumserwerbs für den Ehegatten und der Haftung mit dem gemeinsamen Vermögen richten sich nach dem Heimatrecht der Ehegatten, sofern beide dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen. Ist dies nicht der Fall, ist das Recht des Landes maßgeblich, in dem sich die Ehegatten dauerhaft gemeinsam aufhalten.

Ehename

Bei Einreichung der für die Trauung erforderlichen Unterlagen kann ein gemeinsamer Ehename beantragt werden. Diese Verfahrensweise ist zu empfehlen, da auf diese Weise ansonsten nötige Behördengänge nach der Trauung nicht mehr erforderlich sind.

Weitere Informationen

Das Bundesverwaltungsamt hat ein Merkblatt “Deutsche heiraten in Dänemark” herausgegeben.

Für eine individuelle Beratung stehen die Anwälte von NJORD Ihnen gern zur Verfügung. Der Preis für unsere Beratungstätigkeit hängt vom Zeitaufwand ab, mindestens sollte man mit EUR 500,00 inkl. MwSt. rechnen.

Stand: Februar 2016