Beurteilung durch das dänische Justizministerum

Im Gegensatz zu den anderen EU-Staaten hat Dänemark spezielle Regeln, was den Kauf von Ferienhäusern (in Dänemark spricht man von Sommerhäusern) anbelangt. Deutsche und andere EU-Bürger können nicht ohne weiteres ein Sommerhaus in Dänemark erwerben.

Wer keinen Wohnsitz in Dänemark hat oder in der Vergangenheit nicht mindestens fünf Jahre in Dänemark gewohnt hat, braucht für den Erwerb eines Sommerhaues eine Sondergenehmigung des dänischen Justizministeriums.

Das Justizministerium erteilt eine solche Sondergenehmigung nur, wenn der Antragsteller/die Antragstellerin nach einer Gesamtbewertung eine besonders starke Bindung zu Dänemark hat. Dabei kann es sich um familiäre, geschäftliche, kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen handeln. Auch regelmäßige Urlaubsaufenthalte in der Vergangenheit und ein spezielles Verhältnis zu der konkreten Immobilie kommen in Betracht.

Frühere Aufenthalte in Dänemark

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Justizministerium besonderen Wert darauf legt, ob der Antragsteller bzw. die Antragstellerin über einen längeren Zeitraum einen wesentlichen Anteil seiner/ihrer Urlaube in Dänemark verbracht hat. 25 einwöchige Aufenthalte über einen 25 jährigen Zeitraum könnten z.B. eine besondere Verbindung zu Dänemark begründen. Vergleichbar wäre es zu bewerten, wenn der Antragsteller bzw. die Antragstellerin über einen sechsmonatigen Zeitraum in Dänemark seinen/ihren Wohnsitz gehabt hat.

Familiärer Bezug zu Dänemark

In die Gesamtbewertung des Justizministeriums fließt ebenso mit ein, ob der Antragsteller/die Antragstellerin einen besonderen familiären Bezug zu Dänemark hat. Es handelt sich hierbei z.B. um Eltern oder Großeltern in Dänemark, zu denen ein reger Kontakt besteht. Vorstellbar wäre auch ein Antragsteller, dessen Ehegatte einen Wohnsitz in Dänemark oder eine andere besondere Beziehung zu Dänemark hat.

Sprachliche oder kulturelle Verbindung mit Dänemark

Ein weiterer Aspekt der Gesamtbewertung ist, ob der Antragsteller eine besondere sprachliche oder kulturelle Verbindung mit Dänemark hat. Über die Kenntnis der dänischen Sprache hinaus kann das der Fall sein, wenn der Antragsteller/die Antragstellerin besondere Kenntnisse der dänischen Geschichte, Kultur oder Gesellschaft hat und zum Beispiel über dänische Medien, Vereine oder Kulturinstitutionen diese Verbindungen pflegt.

Besonderer Bezug zu der konkreten Immobilie

Falls eine besondere Beziehung zu der betroffenen Immobilie besteht, sind die Anforderungen an die Verbindung zu Dänemark deutlich geringer. Eine Verknüpfung mit der Immobilie könnte beispielsweise vorliegen, wenn der Antragsteller/die Antragstellerin einen bedeutenden Teil seiner/ihrer Urlaubsaufenthalte in diesem speziellen Sommerhaus verbracht hat oder wenn das Haus sich im Besitz der Familie des Antragstellers/der Antragstellerin befunden hat.

Nachweise für den Antrag beim Justizministerium

Dem Justizministerium müssen frühere Ferienaufenthalte und andere Verbindungen mit Dänemark ausreichend nachgewiesen werden können. Diese Nachweise können zum Beispiel in Form von Reisedokumenten oder Ähnlichem erbracht werden. Alternativ können der Name und die Kontaktinformationen einer dänischen Referenzperson angegeben werden, welche die angegebenen Informationen bestätigen kann.

Die Bearbeitung des Antrags beim dänischen Justizministerium nimmt normalerweise ca. 8-10 Wochen in Anspruch, sobald das Justizministerium alle notwendigen Informationen und Nachweise erhalten hat.