03.08.2020

Nachricht

Regeln für die Kompensation bei Rücktritt in der Corona-Krise im Überblick

Die Reisebranche steht in einer außergewöhnlichen Situation, da der Großteil aller geplanten Reisen storniert worden ist. Stornierungsgrund: eine weltweite Corona-Pandemie. Obwohl vielleicht klar ist, dass Corona-bedingte Stornierungen unter den Begriff der „höheren Gewalt“ fallen, können die Folgen schwer einzuschätzen sein. Wenn die Stornierung eines Urlaubs auf „höhere Gewalt“ zurückzuführen ist, wer trägt dann die Verantwortung – der Kunde oder der Reiseanbieter?

Auf Grundlage von umfassender Erfahrung mit der Beratung von Reiseanbietern geben wir Ihnen den Überblick über die dänischen Regeln für die Entschädigung bei Rücktritt oder Stornierung in der Corona-Krise.

Pauschalreisen

Reisen an Orte, für die eine Reisewarnung gilt

Das dänische Außenministerium hatte bei Ausbruch der Corona-Pandemie Reisewarnungen für den Rest der Welt ausgesprochen. Viele dieser Reisewarnungen bestehen immer noch. Folglich sind viele Reisen nicht angetreten worden. Die dänische Regierung hat zur Aufrechterhaltung der dänischen Wirtschaft in der Corona-Krise zahlreiche Hilfspakete verabschiedet, einschließlich eines Hilfspakets für die Reisebranche. Demnach können Ausgaben der Reiseanbieter, die beim „Rejsegarantifonden“ angemeldet sind und Pauschalreisen anbieten, für die Rückerstattung der stornierten Reisen, gedeckt werden.

Wenn ein Reiseanbieter eine Reise stornieren muss, weil für das Reiseland eine Reisewarnung gilt, muss dieser den Preis der Pauschalreise an den Kunden zurückzahlen. Das Hilfspaket für die Reisebranche stellt sicher, dass die Reiseanbieter ihren Kunden ihre Reisekosten zurückerstatten können. Reiseanbieter können ihren Kunden auch einen Gutschein anbieten. Es besteht jedoch keine Pflicht für den Kunden, diesen Gutschein anzunehmen.

Wenn der Kunde die Reise storniert, ist der Reiseanbieter nicht dazu verpflichtet, die Kosten der Reise zurückzuerstatten. Es gelten die gewöhnlichen Stornierungsbedingungen des Vertrags. Je nach Stornierungszeitpunkt kann der zurückzuzahlende Betrag variieren. Der Kunde muss, falls eine Stornierungsgebühr vereinbart ist, auch diese zahlen.

Reisen an Orte, für die keine Reisewarnung gilt

Ist die Reise durch den Reiseanbieter storniert worden, müssen dem Kunden alle gezahlten Beträge innerhalb von 14 Tagen zurückerstattet werden. Dies folgt § 20 des dänischen Gesetzes über Pauschalreisen.

Storniert der Kunde die Reise, finden die gewöhnlichen Stornierungsbedingen Anwendung.

Sommerhausaufenthalte

Reisen an Orte, für die eine Reisewarnung gilt

Wenn der Reiseanbieter die Sommerhausvermietung storniert hat, muss der Reiseanbieter dem Kunden die gezahlte Summe zurückerstatten. Dies jedoch nur, falls der Mietvertrag keine Force Majeure-Klausel enthält, die anderes besagt.

Wenn der Reiseanbieter weiterhin die Vermietung ermöglicht und der Kunde nur deshalb das Mietobjekt nicht beziehen kann, weil er in das Land, in dem das Ferienhaus liegt, nicht einreisen kann, liegt die Verantwortung beim Kunden. Dieser kann lediglich versuchen, den Sommerhausurlaub auf dem üblichen Weg zu stornieren und dabei möglicherweise einen Teil der gezahlten Summe zurückerstattet bekommen.

Reisen an Orte, für die keine Reisewarnung gilt

Wenn der Reiseanbieter die Sommerhausbuchung storniert, geschieht dies nach den Bedingungen des zwischen Reiseanbieter und Kunden eingegangenen Vertrags.

Wenn der Reiseanbieter ein Sommerhaus zur Verfügung stellt, aber der Kunde die Buchung storniert, muss der Kunde den Urlaub nach den gewöhnlichen Stornierungsbedingungen des Vertrags stornieren.

Reisebuchungen nach Dänemark während der Zeit des Einreiseverbots

Als Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus hatte die dänische Regierung am 14. März die Grenzen geschlossen. Dies hat dazu geführt, dass viele deutsche Touristen, die in Dänemark ein Sommerhaus gebucht hatten, nicht nach Dänemark einreisen konnten. Obwohl die Grenzen zu Dänemark für deutsche Touristen wieder geöffnet sind, besteht immer noch häufig Zweifel darüber, wer die Verantwortung für Stornierungen tragen muss, die im dänischen Einreiseverbot begründet waren.

Wenn der Sommerhausvermieter die Buchung storniert hat, muss dem Kunden der Wert der Buchung zurückerstattet werden. Dies kann entweder durch einen Gutschein oder eine Rückerstattung der Summe geschehen. Obwohl man einem Kunden einen Gutschein anbieten kann, ist der Kunde nicht dazu verpflichtet, diesen anzunehmen. Der Kunden hat also immer Anspruch auf die Rückerstattung des Reisepreises, wenn er es erwünscht.

Wenn der Sommerhausvermieter während der Grenzschließung weiterhin die Vermietung ermöglicht hat, gilt das gleiche wie bei Pauschalreisen an Orte, für welche eine Reisewarnung gilt. Der Kunde muss also versuchen, die Reise gemäß den gewöhnlichen Vertragsbedingungen zu stornieren. Es gibt für den Kunden keine Garantie einer vollen Rückzahlung.