Einstellung von dänischen Arbeitern

Im Folgenden wird die grundsätzliche Rechtsstellung von Arbeitern auf dem dänischen Arbeitsmarkt erläutert. Die Rechtsposition von Arbeitern wird in Dänemark durch Tarifverträge geregelt. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die sich mit den Arbeitsbedingungen von Arbeitern in Dänemark auskennen.

Anzuwendendes Recht

Nach den geltenden EU-Regeln darf ein Arbeitnehmer nicht schlechter gestellt werden als nach den zwingenden Vorschriften, die in dem Land gelten, in dem er regelmäßig seine Arbeit ausführt. Für Arbeiter gibt es allerdings in Dänemark kaum zwingende gesetzliche Vorschriften.

Die dänischen Gewerkschaften bemühen sich deshalb, ihre örtlichen Tarifverträge so weit wie möglich für alle in Dänemark tätigen Arbeiter durchzusetzen.

Einstellungsverfahren

Bei der Einstellung kann ein Führungszeugnis („straffeattest“) verlangt werden. Hier sind alle Übertretungen des Strafgesetzbuches bis zu fünf Jahre nach Ableisten der Strafe aufgeführt. Zu folgenden Themen dürfen während eines Vorstellungsgesprächs keine Fragen gestellt werden:

  • Schwangerschaft(spläne)
  • Religion oder sexuelle Präferenzen, politische Zugehörigkeit
  • Anzahl Krankheitstage
  • Krankheiten, es sei denn diese sind für die konkrete Arbeit von Bedeutung
  • Finanzielle Verhältnisse, es sei denn diese sind für die konkrete Arbeit von Bedeutung

Dänischer Arbeitsvertrag

Die meisten Anstellungsfragen werden in den geltenden Tarifverträgen geregelt. Es gibt kurzgefasste, von den Tarifvertragsparteien empfohlene Standardarbeitsverträge.

Auf der Website von Dansk Byggeri gibt es einen Standardvertrag in deutscher Sprache für auf dem Bau tätige Arbeiter.

Arbeitszeit

Fragen der Arbeitszeit sind üblicherweise in den Tarifverträgen detailliert geregelt.

Entlohnung

Dänemark kennt keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Dagegen beinhalten Tarifverträge häufig die Festsetzung eines Mindestlohns.

Die Lohnregelungen sind meistens detailliert in den Tarifverträgen festgelegt. Die Herausforderung besteht in der Regel darin, die komplizierten Bestimmungen des Tarifvertrags zu verstehen und in der Praxis richtig umzusetzen.

NJORD hat umfassende Erfahrungen mit der Verhandlung von Haustarifverträgen und steht gerne bei der Verhandlung dieser Tarifverträge und der Überprüfung der Einhaltung der vereinbarten Bestimmungen zur Seite.

Urlaub nach dänischem Recht

In der Regel erhält ein Arbeiter während des Urlaubs keine Vergütung durch den Arbeitgeber. Stattdessen erhält er eine Urlaubsvergütung in Höhe von 12,5 %, berechnet auf der Grundlage des Gehalts des vorangegangenen Kalenderjahrs.

Der Arbeitgeber hat die Urlaubsvergütung auf das Urlaubskonto („feriekonto“) einzuzahlen. Von dort wird zum Urlaubsbeginn die Auszahlung an den Arbeiter veranlasst.

Bei der Urlaubsregelung wird zwischen dem „Erdienungsjahr” (dies folgt dem Kalenderjahr) und dem „Urlaubsjahr“ (1. Mai – 30. April) unterschieden.

Jeder Arbeiter hat im Urlaubsjahr Anspruch auf 25 Tage Urlaub. Eine Urlaubsvergütung erhält der Arbeiter allerdings nur, wenn diese in einem vorangegangenen Erdienungsjahr bereits verdient wurde.

Der Urlaub ist drei Monate vor dem Haupturlaub (die ersten 15 Tage des Urlaubs) anzukündigen. Für den Resturlaub gilt eine Ankündigungsfrist von einem Monat (Urlaub über 15 Tage hinaus).

Ein Arbeiter kann Urlaub, der über 20 Tage hinausgeht, in das nachfolgende Urlaubsjahr „übertragen“. Dies muss allerdings bis zum 30. September nach Ende des Urlaubsjahrs mit dem Arbeitgeber vereinbart sein. Tarifverträge können andere Regelungen enthalten.

Normalerweise findet die Auszahlung während des Urlaubs statt.

Mutterschutz und Elternzeit in Dänemark

Für Arbeiter ergeben sich die jeweiligen Ansprüche auf Lohnfortzahlung während des Mutterschaftsurlaubs und der Elternzeit aus dem Tarifvertrag.

Kündigung

Die Kündigungsfristen für einen Arbeiter variieren je nach Tarifvertrag. Generell sind die Kündigungsfristen bei Arbeitern erheblich kürzer als die Kündigungsfristen bei Angestellten.

Nach einem typischen Tarifvertrag in der Baubranche kann zum Beispiel Arbeitern mit einer Betriebszugehörigkeit von weniger als sechs Monaten ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden.

Ab einer Betriebszugehörigkeit von sechs Monaten beträgt die Kündigungsfrist in der Regel 14-70 Tage, je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses. Ist der Arbeiter zum Zeitpunkt der Kündigung bereits 50 Jahre alt und liegt eine 9- bzw. 12-jährige Betriebszugehörigkeit vor, so beträgt die Kündigungsfrist 90 bzw. 120 Tage.

Ein Arbeiter kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 7-28 Tagen, abhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses, kündigen.

Stand: Februar 2016