Sozialbeiträge in Dänemark

Die Sozialbeiträge, hierunter auch die Krankenversicherung, sind in Dänemark staatlich organisiert und werden über die Steuern finanziert. Der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung wird allerdings immer häufiger in Dänemark. In den meisten Fällen werden die Kosten hierfür zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer geteilt.

Anzuwendendes Recht

In Dänemark angestellte Ortskräfte sind nach dänischem Recht sozialversicherungspflichtig. Für Arbeitnehmer, die aus einem anderen Land nach Dänemark entsandt werden, entscheiden EU-Vorschriften, ob die Sozialversicherung im Heimatland oder die Versicherung im Aufnahmeland zur Anwendung kommt.

Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitnehmer bis zu drei Jahren in seinem Heimatland versichert bleiben kann. Der Nachweis der sozialen Sicherung ist durch eine Erklärung des Heimatlandes zu erbringen.

Die genauen Regelungen ergeben sich aus den Verordnungen (EG) 883/2004 und 987/2009 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit.

Urlaubskonto („feriekonto“)

Der dänische Arbeitgeber hat für Arbeiter monatlich 12,5 % des Gehalts auf das Urlaubskonto einzuzahlen. Bei Angestellten hat der Arbeitergeber am Ende des Anstellungsverhältnisses den ausstehenden Resturlaubsanspruch auf das Urlaubskonto einzuzahlen.

Die Urlaubsvergütung wird auf der Grundlage des steuerpflichtigen Einkommens im Erdienungsjahr einschließlich der Pensionsbeiträge, der Arbeitsmarktabgabe und des Beitrags des Arbeitnehmers an der ATP (= Arbeitsmarkt-Zusatzrente, „arbejdsmarkedets tillægspension“) berechnet.

Garantiefond der Arbeitnehmer („lønmodtagernes garantifond“ = LG )

Beim Garantiefond der Arbeitnehmer handelt es sich um einen Fond, der im Insolvenzfall die Lohnausfälle der Arbeitnehmer deckt. Der Arbeitgeber hat hierzu für jeden Vollzeitarbeitnehmer einen Pflichtbeitrag von vierteljährlich DKK 95 (€ 13) zu leisten.

Ausbildungsbeitrag („arbejdsgivernes uddannelsesbidrag“ = AUB)

Beim Ausbildungsbeitrag des Arbeitsmarkts handelt es sich um einen Sozialbeitrag für die Fortbildung von Arbeitnehmern im Fall der Arbeitslosigkeit. Der Jahresbeitrag für einen Vollzeitarbeitnehmer beträgt DKK 2.775 (€ 372).

Finanzierungsbeitrag („finansieringsbidrag“)

Beim Finanzierungsbeitrag handelt es sich um einen Beitrag zur Abdeckung der ATP-Versicherung für Personen, die ohne Beschäftigung sind. Der Arbeitgeber hat für jeden Vollzeitarbeitnehmer einen Pflichtbeitrag von vierteljährlich DKK 153,50 (€ 21) zu leisten.

Versicherung gegen Berufskrankheiten („erhverssygdomssikring“ = AES)

Der Beitrag des dänischen Arbeitgebers ist abhängig von der Tätigkeit der betroffenen Arbeitnehmer. So beträgt der jährliche Beitrag für Elektriker, Sanitär- und Gasinstallateure etwa DKK 609 (€ 82), in der übrigen Baubranche etwa DKK 1.421 (€ 190). In anderen Branchen sind die Beiträge niedriger, im Einzelhandel beträgt der Jahresbeitrag z.B. DKK 281 (€ 38), in der Gastronomie DKK 383 (€ 51).

Versicherung gegen Arbeitsunfälle („arbejdsskadeforsikring“)

Der Arbeitgeber haftet bei Arbeitsunfällen für den vom Arbeitnehmer erlittenen Gesundheitsschaden. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, für diese Fälle eine Versicherung abzuschließen, die von den privaten Versicherungsgesellschaften angeboten wird.

Schwangerschaftsfond („Barsel.dk“)

Beim dänischen Schwangerschaftsfond handelt es sich um einen Fond zur Abdeckung der staatlichen Kosten für die Zahlungen während des Mutterschaftsurlaubs. Der Arbeitgeber hat hierzu für jeden Vollzeitarbeitnehmer einen Pflichtbeitrag von vierteljährlich DKK 187,50 (€ 25) zu leisten.

Arbeitslosenversicherung („A-kasse“)

Die Arbeitslosenversicherungen sind gewerkschaftlich organisiert. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Arbeitgeber zahlt dazu keine Beiträge. Der Mitgliedsbeitrag des Arbeitnehmers beträgt etwa DKK 450 (€ 60) im Monat.

Bei Arbeitslosigkeit erhält ein vollzeitversicherter Arbeitnehmer etwa DKK 18.000 (€ 2.400) brutto pro Monat. Das Arbeitslosengeld wird bis zu 2 Jahre ausbezahlt.

Ist ein Arbeitnehmer nicht versichert oder endet der Zeitraum, in dem Arbeitslosengeld gezahlt wird, erhalten Personen ohne Versorgerpflichten, die über 30 Jahre alt sind, Sozialbeiträge in Höhe von etwa DKK 10.900 (€ 1.460) pro Monat. Personen unter 30 Jahren mit Ausbildung erhalten etwa DKK 7.070 (€  947). Wenn sie keine Ausbildung haben, erhalten sie “Ausbildungsbeihilfe” in Höhe von etwa DKK 6.000 (€ 800). Die Beträge sind höher, falls man minderjährige Kinder zu versorgen hat. Sozialbeiträge erhält man nur, wenn man sich nicht selbst versorgen kann und auch nicht durch den Ehepartner versorgt werden kann.

Stand: Februar 2016