Zuständige Gerichte bei Arbeitsverfahren in Dänemark

Im dänischen Recht gibt es keine Arbeitsgerichtsbarkeit wie im deutschen und im österreichischen Recht. Zuständig für arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Angestellten sind die ordentlichen Gerichte, konkret das örtliche dänische Amtsgericht („byret“). Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die Ihnen bei weiteren Fragen diesbezüglich helfen können.

Klage des Arbeitnehmers

Ein Unternehmen, das den Geschäftssitz oder eine Zweigniederlassung in Dänemark hat, kann dort auch verklagt werden. Auch ohne einen Geschäftssitz oder eine Zweigniederlassung in Dänemark kann ein Unternehmen dort verklagt werden, wenn der klagende Arbeitnehmer gewöhnlich seine Arbeit in Dänemark verrichtet hat.

Wenn der Arbeitnehmer seine Arbeit an verschiedenen Orten verrichtet – er arbeitet z.B. in Deutschland/Österreich und Dänemark – kann der Arbeitnehmer den Arbeitgeber dort verklagen, wo sich die Niederlassung, die den Arbeitnehmer eingestellt hat, befindet.

Klage des Arbeitgebers

Die Klage des Arbeitgebers kann dagegen nur dort erhoben werden, wo der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz hat.

Vereinbarung über den Gerichtsstand

Eine Vereinbarung über einen anderen Gerichtsstand als oben beschrieben, kann nur getroffen werden, wenn diese dem Arbeitnehmer weitere Klagemöglichkeiten gibt oder wenn die Vereinbarung erst nach Entstehung der Streitigkeit getroffen wurde.

Vertiefender Hinweis:

Die genaue Festlegung des Ortes, an dem ein Rechtstreit zwischen einem Arbeitgeber und Arbeitnehmer stattzufinden hat, ergibt sich im Verhältnis zu Dänemark aus der EU-Verordnung Nr. 1215/2012.

Bei tarifvertraglichen Streitigkeiten ist ein besonderes Arbeitsgericht („Arbejdsretten”) zuständig, bei dem es sich um ein durch die Tarifvertragsparteien eingerichtetes Schiedsgericht handelt.