Sicherheit auf dem Bau in Dänemark

Den Sicherheitsvorschriften auf dem Bau wird in Dänemark hohe Bedeutung beigemessen. Während gewerbliche Tätigkeiten in Dänemark grundsätzlich keine Gewerbezulassung erfordern, gibt es für bestimmte Tätigkeiten auf dem Bau eine Genehmigungspflicht. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die sich mit den Rechten bezüglich der Sicherheit auf einem dänischen Bau auskennen.

Praktischer Hinweis:

Der Arbeitsschutzrat für die Baubranche („Branchearbejdsmiljørådet for Bygge & Anlæg”) hat in Zusammenarbeit mit dem dänischen Gewerbeaufsichtsamt („Arbejdstilsynet”) ein deutschsprachiges Handbuch über die Sicherheit in der Baubranche herausgegeben, welches kostenlos unter www.haandbogen.info heruntergeladen werden kann. Weitere Informationen auf Deutsch gibt es unter www.sicheren-arbeitsplatz.dk.

Genehmigungspflichten für Unternehmen und Personen

Grundsätzlich besteht in Dänemark Gewerbefreiheit. Im Handwerk gibt es allerdings für die Ausführung von Elektro-, Sanitär- und Gasinstallationen besondere Zulassungspflichten. Hier muss bei der dänischen Sicherheitsbehörde („Sikkerhedsstyrelsen“) eine Gewerbezulassung für die Ausführung solcher Arbeiten beantragt werden.

Neben dem Nachweis eines zertifizierten Qualitätsmanagement-Systems (z.B. ISO-Zertifizierung) muss auch ein Führungszeugnis vorgelegt werden.

Sicherheitsrelevante Arbeiten dürfen nur nach Vorlage eines Nachweises einer zusätzlichen Ausbildung oder einer praktischen 2-jährigen Erfahrung innerhalb von 10 Jahren ausgeführt werden. Zuständig für die Genehmigung ist das dänische Gewerbeaufsichtsamt („Arbejdstilsynet“). Genehmigungspflichtig sind u.a.

  • Arbeiten mit Asbest
  • Gerüstbau
  • Montage von Aufzügen
  • Bedienen von Gabelstaplern
  • Bedienen von Kränen
  • Arbeiten mit Kältemitteln
  • Arbeiten an Kesselanlagen
  • Schweißarbeiten     

Praktischer Hinweis:

Die Homepage der Sicherheitsbehörde (“Sikkerhedsstyrelsen”) enthält englischsprachige Hinweise über relevante Genehmigungspflichten.

Sicherheit auf der Baustelle

Unternehmen in Dänemark mit mehr als 10 Arbeitnehmern sind dazu verpflichtet, zur Gewährleistung der Sicherheit am Arbeitsplatz eine Sicherheitsgruppe („sikkerhedsgruppe“) einzurichten, die typischerweise aus einem Projektleiter und einem besonders geschulten Sicherheitsrepräsentanten („sikkerhedsrepræsentant“) besteht. Diese Sicherheitsgruppe soll Sicherheitsvorkehrungen planen und über diese informieren sowie deren Einhaltung überwachen.

Bei wechselnden Arbeitsstellen, zu denen auch Baustellen gehören, gilt diese Pflicht ab 5 Arbeitnehmern.

Unternehmen mit mehr als 20 Arbeitnehmern müssen einen Sicherheitsausschuss („sikkerhedsudvalg“) einrichten, der mindestens aus der Sicherheitsgruppe sowie einem Vorsitzenden besteht. Vorsitzender ist üblicherweise ein Mitglied der Geschäftsführung oder ein von der Geschäftsführung dazu berufener Arbeitgebervertreter.

Das dänische Gewerbeaufsichtsamt („Arbejdstilsynet“) führt Besichtigungen von Arbeitsplätzen und Baustellen durch, bei denen die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen überprüft wird.

Praktischer Hinweis:

Auf der Homepage des Gewerbeaufsichtsamts („Arbejdstilsynet“) gibt es einige relevante Broschüren über die Sicherheit auf dem Bau in deutscher Sprache.

Versicherung gegen Betriebsunfälle

Der Arbeitgeber haftet bei Betriebsunfällen für die Krankheitsfolgen des Arbeitnehmers und ist gesetzlich verpflichtet, Versicherungen gegen Betriebsunfälle abzuschließen. Relevante Versicherungspakete werden von den dänischen Versicherungsgesellschaften angeboten.

Die Höhe der jährlichen Versicherungsprämie richtet sich nach der konkreten Tätigkeit des Arbeitnehmers. Beispielsweise betragen die jährlichen Prämien für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer etwa

  • Bauarbeiter € 1.300
  • Zimmermann € 1.100
  • Maurer € 1.000
  • Sanitär- und Gasinstallateur € 900
  • Maler € 700
  • Elektroinstallateur € 600

Stand: Februar 2016