Direkter Verkauf nach Dänemark

Bevor Verträge mit einem dänischen Geschäftspartner geschlossen werden, sollte eine Prüfung des potentiellen neuen Geschäftspartners durchgeführt werden, die umfassender als ein Blick auf die Visitenkarte und die Werbebroschüren sein sollte. Gesellschaftsform sowie die Jahresabschlüsse des Vertragspartners sollten vorab geprüft werden.

Die Gesellschaftsform

Die verschiedenen Gesellschaftsformen dänischer Unternehmen sind näher unter Gesellschaftsrecht beschrieben. Wer mit einem dänischen Unternehmen einen Vertrag abschließen will, sollte vor Abschluss sicherstellen, dass die Person, welche für das dänische Unternehmen den Vertrag unterschreibt, auch dazu bevollmächtigt ist. Auf der Website des dänischen Gewerbeamtes können Handelsregisterinformationen kostenlos eingesehen werden. Auch die für das Unternehmen eingetragenen zeichnungsberechtigten Personen können dieser Seite entnommen werden.

Die Website des Gewerbeamtes findet sich unter cvr.dk.

Die in Deutschland geläufige Form der Prokura ist in Dänemark unüblich und wird nur selten verwendet. Prokuristen können auch nicht, wie in Deutschland, in das Handelsregister eingetragen werden.

Finanzen und Kreditauskunft

Um einen Überblick über die finanzielle Situation des Geschäftspartners zu bekommen, können Jahresabschlüsse eingesehen werden. Die Jahresabschlüsse sind auf der Website des dänischen Gewerbeamtes unter cvr.dk kostenlos erhältlich.

NJORD bietet zu einem Festpreis gerne eine genauere Analyse der Rechtsform, der finanziellen Situation des Vertragspartners und der am Unternehmen beteiligten und für das Unternehmen vertretungsberechtigen Personen an.

Auf internationale Warenkäufe anwendbares Recht

Wurde im Vertrag keine Rechtswahl getroffen, findet das Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf („UN-Kaufrecht“) auf Kaufverträge zwischen dänischen und deutschen Unternehmen Anwendung. Das Übereinkommen regelt die wichtigsten rechtlichen Fragen, die bei einem Warenkauf auftreten können, wie z.B. die Pflichten des Verkäufers hinsichtlich der Qualität und die pünktliche Lieferung der Waren sowie die Pflichten des Käufers hinsichtlich der Zahlung des Kaufpreises sowie das Recht auf Verzugsentschädigung.

Das UN-Kaufrecht findet auch dann Anwendung, wenn für einen Vertrag „deutsches Recht“ oder „dänisches Recht“ vereinbart wurde, da das UN-Kaufrecht Teil dieser beiden Rechtsordnungen ist. Die Parteien können allerdings ausdrücklich vereinbaren, dass entweder deutsches oder dänisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts auf den Vertrag Anwendung finden soll.

Eine englische Version des Übereinkommens kann hier eingesehen werden.

NJORD empfiehlt grundsätzlich die Vereinbarung des UN-Kaufrechtes, weil es einen guten Kompromiss zwischen den beiden Rechtsordnungen darstellt und im Zweifelsfall für beide Parteien gleich zugänglich und verständlich ist.

Allgemeine Geschäftsbedingungen

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) werden in Dänemark deutlich seltener verwendet, als dies in Deutschland der Fall ist. Wenn AGB überhaupt eingesetzt werden, sind diese in Dänemark vergleichsweise kurz gefasst und regeln nur das Wichtigste.

AGB werden nur dann Vertragsinhalt, wenn die Vertragspartei die Möglichkeit hatte, sich vor Vertragsabschluss mit den AGB vertraut zu machen. Es reicht nicht aus, die AGB auf der Rückseite des Angebots, der Angebotsbestätigung oder der Rechnung abzudrucken oder auf die Website zu verweisen. Bereits im Angebot muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die AGB Teil der Vertragsgrundlage sind.

Auch inhaltlich unterscheiden sich die AGB in Dänemark und Deutschland. Nicht alle Regeln, die in Deutschland vereinbart werden können, sind auch in Dänemark gültig. Als klassisches Beispiel hierfür ist die Vereinbarung des Eigentumsvorbehalts in AGB zu nennen. Dagegen kennt das dänische Recht keine dem deutschen BGB entsprechende Klauselverbote.

NJORD bietet zu einem Festpreis die Übersetzung und Überprüfung der in Deutschland, Österreich oder international verwandten AGB auf ihre Zulässigkeit in Dänemark an.

Stand: Februar 2016