Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte in Dänemark

Ob die Etablierung einer Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte in Dänemark die beste Wahl ist, hängt von der deutschen Muttergesellschaft ab. Beide Unternehmensformen haben in Dänemark seine Vor- und Nachteile. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die Ihnen bei der Etablierung eines Unternehmens in Dänemark oder bei weiteren Fragen helfen können.

Mit einer Tochtergesellschaft kann die Haftung begrenzt werden. Der Jahresabschluss einer Betriebsstätte muss nicht veröffentlicht werden.

Die Etablierung einer dänischen Betriebsstätte/Filiale hat den unmittelbaren Vorteil, dass diese keines Stammkapitals bedarf. Die Filiale muss beim zentralen dänischen Handelsregister angemeldet werden.

Eine dänische Tochtergesellschaft ist eine selbständige dänische Gesellschaft. Es werden mindestens 50.000 DKK als Stammkapital benötigt, um eine dänische GmbH („anpartsselskab“ oder „ApS“) zu gründen.

Die steuerrechtlichen Konsequenzen einer dänischen Filiale sind mit denen einer dänischen Tochtergesellschaft vergleichbar, da Filialen steuerrechtlich sog. “Betriebstätte” sind. Daher muss das dänische Filialeinkommen separat vom deutschen Hauptunternehmen registriert werden, damit zum Jahresende das steuerliche Jahreseinkommen der Filiale in Dänemark versteuert werden kann. Dies spricht oftmals für die Etablierung einer Tochtergesellschaft in Dänemark anstatt einer Betriebsstätte.

Die Entscheidung, welche Unternehmensform empfehlenswert ist, hängt von den Prioritäten der Muttergesellschaft ab. Beispielsweise ist der Jahresabschluss einer Filiale nicht öffentlich zugänglich. Daher kann die Gründung einer dänischen Filiale eher dem Unternehmensinteresse entsprechen, wenn eine öffentliche Zugänglichkeit des Jahresabschlusses – zum Beispiel für Konkurrenten – nicht gewünscht ist. Im Prinzip kann der Eintritt in den dänischen Markt aber auch ohne dänische Filiale oder Tochtergesellschaft geschehen, z.B. durch eine Agentur oder ein Franchiseunternehmen.

In dieser Hinsicht ist allerdings besonders darauf zu achten, wie die jeweiligen Agentur- und Franchiseverträge steuerrechtlich zu bewerten sind. Obwohl die meisten Agenturen steuerrechtlich für den deutschen Agenturgeber nicht als Betriebsstätte in Dänemark eingeordnet werden, sind Franchiseverträge oftmals Grenzfälle. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Franchisevertrag zu korrigieren oder eine verpflichtende Steueranfrage vom dänischen Finanzamt einzuholen.

Stand: Februar 2016