Versand von elektronischer Werbung in Dänemark

2010 wurden die Vorschriften über elektronische Werbungen in Dänemark verschärft. Sowohl für den Versand von elektronischer Werbungen per E-Mail als auch für Marketing über soziale Medien gelten neue Regeln. Bei NJORD arbeiten dänische Rechtsanwälte, die Ihnen bei Fragen bezüglich des Versands von elektronischen Werbungen und Marketing in Dänemark helfen können.

In Dänemark gilt ein Verbot der Kontaktaufnahme mit elektronischer Werbung ohne vorherige Zustimmung

Auch in Dänemark sind Mailing-Aktionen auf den ersten Blick ein verlockendes Marketing-Tool: Die Versendung von E-Mails oder das Posten von Anzeigen ist ein unkompliziertes und preiswertes Mittel, um einen großen potentiellen Kundenkreis zu erreichen. Aber Vorsicht: Grundsätzlich ist es verboten, Werbung per elektronischer Post, SMS, MMS oder Fax in Dänemark zu versenden. Dieses Verbot gilt gleichermaßen gegenüber Verbrauchern, anderen Gewerbetreibenden oder öffentlichen Behörden.

Der Begriff Werbung umfasst jegliche Kontaktaufnahme, die den Absatz von bestimmten Produkten des Gewerbetreibenden betrifft. Dies gilt auch für reines „Branding“ des Firmennamens des Gewerbetreibenden, da auch dieses indirekt auf einen späteren Absatz von Waren abzielt. So ist in mehreren Fällen auch die Versendung elektronischer Weihnachtskarten als unzulässig eingestuft worden. Ebenfalls umfasst ist die Zusendung von Newslettern, da auch diese typischerweise darauf abzielen, für eigene Produkte zu werben.

Das Verbot betrifft dabei die Kontaktaufnahme zu konkret identifizierbaren dänischen Empfängern. Von dem Verbot ausgenommen sind daher Blogs oder Banneranzeigen auf Facebook, weil diese sich nicht an konkret identifizierbare Empfänger richten. Eintragungen auf der Seite eines Facebook-Mitgliedes sind hingegen von dem Werbeverbot umfasst.

Ausnahme 1: Vorherige Zustimmung

Das generelle Verbot gilt nicht, wenn der Empfänger zuvor zugestimmt hat, Werbung bzw. Newsletter auf diesem Wege zu erhalten.

Ausnahme 2: Werbung auf dem Postweg und adressierte Werbung

Das Verbot umfasst auch nicht die Zusendung von Werbung auf dem Postweg oder mit persönlich adressierten Versendungen. Dies gilt jedoch nur für den Fall, dass der Empfänger dies nicht untersagt hat. Hierzu muss der Gewerbetreibende die sogenannte „Robinsonliste“ des zentralen dänischen Personenregisters einsehen, die viermal jährlich aktualisiert wird.

Ausnahme 3: Werbung an bestehende Kunden

Gewerbetreibende dürfen darüber hinaus Werbung für ihre eigenen – ähnlichen – Produkte per E-Mail oder SMS an Kunden versenden, die im Zusammenhang mit früheren Geschäften ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angegeben haben. Solche Werbe-E-Mails müssen jedoch die Möglichkeit bieten, zukünftige ähnliche Werbemails abzumelden.

Konsequenzen beim Verstoß gegen das Verbot der Kontaktaufnahme in Dänemark

Bei einem Verstoß gegen diese Regeln kann der Verbraucherombudsmann in Dänemark eine Geldstrafe auferlegen, die in den meisten Fällen 10.000 Kronen beträgt. Bei der Versendung von mehr als 100 E-Mails beträgt die Geldstrafe grundsätzlich 100 Kronen pro Versendung, d.h. bei 140 Mails würde eine Geldstrafe von 14.000 Kronen auferlegt.

Um Verstöße vorzubeugen, hat der Verbraucherombudsmann die Möglichkeit eingeräumt, dass man eine Vorabzustimmung über die Zulässigkeit der geplanten Werbemaßnahme einholen kann.

Ein Verstoß kann also teuer werden. Der rechtlich zulässige Rahmen elektronischer Werbemaßnahmen sollte daher vorher sorgfältig abgesteckt werden.

Stand: Februar 2016