20.01.2021

Nachricht

Vollelektronische Gesellschafterversammlungen im ganzen Jahr 2021

Durch die Verbreitung des Coronavirus ist bei vielen Gesellschaften der Bedarf entstanden, ihre Haupt- und Gesellschafterversammlungen vollelektronisch abzuhalten, da Ansteckungsgefahr und Reisebeschränkungen physischen Versammlungen im Weg stehen. Dies wurde durch entsprechende Bestimmungen des dänischen Wirtschaftsministeriums für das Jahr 2020, und jetzt auch für 2021, ermöglicht. Eine Verlängerung der Frist für die Einreichung der Jahresabschlüsse wurde jedoch nicht beschlossen.

Vollelektronische Gesellschaftsversammlung auch ohne Satzungsklausel möglich

Es folgt dem dänischen Gesellschaftsgesetz, dass vollelektronische Haupt- und Gesellschafterversammlungen nur dann durchgeführt werden können, wenn die Satzung des Unternehmens dies vorsieht. Bei vielen Gesellschaften ist eine solche Klausel nicht in der Satzung vorhanden. Aus diesem Grund ist es erforderlich geworden, allen Gesellschaften, unabhängig von ihrer Satzung, während der Corona-Krise die Möglichkeit für die Durchführung vollelektronischer Haupt- und Gesellschafterversammlungen zu geben.

Das Wirtschaftsministerium ist diesem Bedarf schon im Jahr 2020 mit 2 verschiedenen Gesetzen nachgekommen. Mit einem neuen, dritten Gesetz hat das Wirtschaftsministerium für 2021 die gleiche Möglichkeit eingeführt. So können Gesellschaften im ganzen Jahr 2021 ihre Haupt- und Gesellschafterversammlungen vollelektronisch abhalten, auch wenn ihre Satzungen dies nicht vorsehen. Eine Satzungsänderung ist also nicht nötig, um diese Möglichkeit zu nutzen. Die Entscheidung, die Haupt- oder Gesellschafterversammlung gemäß dem neuen Gesetz vollelektronisch abzuhalten, kann von der Geschäftsleitung getroffen werden.

Keine Fristverlängerung für das Einreichen von Jahresabschlüssen im Jahr 2021

Als im Jahr 2020 beschlossen wurde, dass elektronische Gesellschafterversammlungen auch ohne Satzungsklausel abgehalten werden konnten, wurde die Frist für die Einreichung von Jahresabschlüssen gleichzeitig verlängert. Im neuen Gesetz über die Durchführung elektronischer Gesellschafterversammlungen im Jahr 2021 ist die Frist für die Einreichung von Jahresabschlüssen nicht verlängert worden. Für die Einreichung von Jahresabschlüssen gelten wieder die gewöhnlichen Fristen, d.h. abhängig von der Unternehmensart eine Frist von 5 bzw. 4 Monaten nach Ende des Geschäftsjahres.

Unsere Empfehlung

Selbst nach dem Ende der Corona-Krise können Situationen auftreten, in denen es notwendig sein wird, eine Haupt- oder Gesellschafterversammlung vollelektronisch abzuhalten. Um am besten auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, empfehlen wir Ihnen, eine Satzungsänderung durchzuführen, so dass die Satzung eine Klausel über das Abhalten einer vollelektronischen Haupt- oder Gesellschafterversammlung enthält.

Bei Fragen oder bei der Durchführung einer Satzungsänderung, falls Sie dies wünschen, sind wir Ihnen gerne behilflich.

 

Stand: 03.02.2021