20.01.2021

Nachricht

Wiedereinführung der Lohnkostenerstattung für dänische Gesellschaften wegen der Corona-Krise

Über die letzten Wochen hat sich die Corona-Situation in Dänemark zugespitzt, welches zu der Einführung der bis jetzt strengsten Corona-Restriktionen geführt hat. Diese Restriktionen, u.a. das Schließen von Geschäften und ein Versammlungsverbot bei mehr als 5 Personen, beeinträchtigt die Aktivitäten dänischer Unternehmen erheblich. Fallende Umsatzzahlen und vorgeschriebene Schließungen von physischen Geschäften bedrohen die Arbeitsplätze vieler Arbeitnehmer.

Um diese Arbeitsplätze zu sichern und Massenentlassungen zu verhindern, ist die Lohnkostenerstattung wieder eingeführt worden. Zu Beginn der Corona-Krise hatte die dänische Regierung schon einmal Lohnkostenerstattungspakete eingeführt, wie wir damals in unserem Newsletter berichten konnten. Wir geben Ihnen hier den Überblick über die aktuelle Lage in Bezug auf Lohnkostenerstattungen.

Die Lohnkostenerstattung

Bei einer Lohnkostenerstattung werden Arbeitnehmer für einen bestimmten Zeitraum bei vollem Gehalt „heimgeschickt“. Das heißt, dass die Arbeitnehmer in diesem Zeitraum nicht arbeiten. In Krisenzeiten mit niedrigem Umsatz und/oder wenig Arbeitsaufgaben kann ein Arbeitgeber also seine Mitarbeiter nach Hause schicken, ohne ihnen zu kündigen. Wie das dänische Gewerbeamt mitgeteilt hat, kann man jetzt für den Zeitraum vom 9. Dezember 2020 bis zum 7. März 2021 eine Lohnkostenerstattung beantragen. Der Zeitraum für die Lohnkostenerstattung ist dem Zeitraum angepasst, für den die jetzigen, strengeren Corona-Maßnahmen gelten. Sollten diese Maßnahmen erneut verlängert werden, ist zu erwarten, dass der Zeitraum für die Lohnkostenerstattung auch verlängert wird.

Die Lohnkostenerstattung kann auf Grundlage von zwei verschiedenen Lohnkostenerstattungspaketen beantragt werden. Das reguläre Lohnkostenerstattungspaket richtet sich an alle Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind und deswegen möglicherweise Mitarbeiter entlassen müssen. Die Frist für einen Antrag auf Lohnkostenerstattung nach dem regulären Lohnkostenerstattungspaket ist der 26. März 2021. Das zweite Lohnkostenerstattungspaket richtet sich nur an Unternehmen, dessen physische Geschäfte wegen der strengeren Restriktionen schließen mussten. Für das zweite Lohnkostenerstattungspaket wurde der Zeitraum, für den die Lohnkostenerstattung beantragt werden kann, teilweise erweitert. So kann eine Lohnkostenerstattung gemäß dem zweiten Lohnkostenerstattungspaket entweder für den Zeitraum vom 6. November 2020 bis zum 28. Februar 2021 oder vom 9. Dezember 2020 bis zum 28. Februar 2021 beantragt werden. Dies ist davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt das Unternehmen seine physischen Geschäfte schließen musste.  Die Frist für einen Antrag auf Lohnkostenerstattung nach dem zweiten Lohnkostenerstattungspaket für die Periode vom 6. November 2020 bis 28. Februar 2021 ist der 9. April 2021. Für den Zeitraum vom 9. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021 ist die Frist der 26. März 2021.

Für beide Lohnkostenerstattungspakete gilt, dass für Arbeitnehmer mit der Bezeichnung „funktionær“, d.h. Angestellte, eine Kompensation in Höhe von 75% des Gehalts beantragt werden kann, während für Arbeitnehmer mit der Bezeichnung „ikke-funktionær“ eine Kompensation in Höhe von 90% des Gehalts beantragt werden kann. Die maximale monatliche Kompensation für Arbeitnehmer und Auszubildende/Lehrlinge liegt bei 30.000 DKK für eine Vollzeitstelle. Da der Zeitraum für die Kompensation die Weihnachtsferien beinhaltet, gibt es in dem Zeitraum 3 Tage, für welche das Unternehmen keine Lohnkostenerstattung bekommen kann.

Wer ist berechtigt?

Alle Unternehmen in Dänemark sind dazu berechtigt, das Angebot der Lohnkostenerstattung anzunehmen, wenn sie die dafür geltenden Bedingungen erfüllen.

Bedingungen für die Lohnkostenerstattung

Die neuen Lohnkostenerstattungspakete sind vergleichbar mit den Lohnkostenerstattungspaketen, die im Zeitraum vom 9. März bis zum 29. August 2020 galten.

So gelten wieder folgende Bedingungen, um einen Antrag auf Lohnkostenerstattung zu stellen:

  • Das Unternehmen steht davor, 30% oder über 50 Mitarbeiter entlassen zu müssen.
  • Die Mitarbeiter, für die Lohnkostenerstattung beantragt wird, dürfen während des Zeitraums nicht arbeiten, auch nicht von zu Hause aus.
  • Das Unternehmen muss den Mitarbeitern ihren vollen Lohn zahlen.
  • Das Unternehmen darf die Mitarbeiter während des Erstattungszeitraums nicht wegen finanzieller Schwierigkeiten entlassen.

Anders als im Frühjahr kann man jetzt entscheiden, ob man Lohnkostenerstattung für das ganze oder für einen bestimmten Teil des Unternehmens beantragen möchte.

„Endabrechnung“ – Prüfung durch das dänische Gewerbeamt

Die Lohnkostenerstattung wird auf Grundlage der Daten gezahlt, die man bei der Antragstellung registriert. Hierbei handelt es sich um Schätzungen bezüglich der Anzahl der Mitarbeiter und des Zeitraums, für den Lohnkostenerstattung beantragt wird. Nachdem die Lohnkostenerstattung gezahlt worden ist und der Zeitraum hierfür abgelaufen ist, muss der Arbeitgeber das Gewerbeamt darüber informieren, wie viele Mitarbeiter und für welchen Zeitraum diese tatsächlich „heimgeschickt“ worden sind. Auf dieser Grundlage führt das Gewerbeamt eine Prüfung des Lohnkostenerstattungsantrags durch. Hierbei kann das Gewerbeamt die Lohnkostenerstattung regulieren, entweder indem zu viel gezahlte Erstattung zurückgefordert oder eine höhere Erstattung gezahlt wird.

Die Frist für die Einreichung der Informationen ist der 31. Mai 2021.

Falls Sie weitere Fragen haben oder unsere Unterstützung bei einem Antrag auf Lohnkostenerstattung benötigen, sind wir Ihnen gerne behilflich.

Stand: 31.01.2021